Anti-Nazi Proteste in Bad Nenndorf – Jusos setzten Zeichen gegen Rechts
15. August 2011 0 KommentareAm 6.8. 2011 kamen wieder einmal ca. 700 Nazis nach Bad Nenndorf, um einen so genannten „Trauermarsch“ zum Wincklerbad durchzuführen, wo sich von 1945-1947 ein britisches Verhörzentrum befand. Die Jusos beteiligten sich an den Protesten gegen diesen Aufmarsch.
Dazu traf sich eine Gruppe Jusos am Kurt-Schumacher-Haus in Hannover und fuhr gemeinsam zu Gegendemo, die das örtliche Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ und der DGB organisiert hatten. An dieser Demo, die insgesamt friedlich verlief, nahmen über 1000 Menschen teil, die den so genannten „Trauermarsch“ der Nazis störten. Direkt an der bunt geschmückten Route der Nazis feierten zudem Bürgerinnen und Bürger aus Bad Nenndorf ganz nach dem Motto „Bunt statt braun“.
Der Versuch einiger linker DemonstrantInnen auf die Naziroute zu gelangen, um den Aufmarsch der Rechten zu blockieren, scheiterte leider. Mit ca. 150 weiteren AntifaschistenInnen wurden die beteiligten Jusos auf einem Acker von der Polizei eingekesselt. In diesem Kessel mussten es die DemonstrantInnen insgesamt etwa fünf ein halb Stunden in der brennenden Mittagssonne aushalten. Als Grund für den Kessel gab die Polizei an, man wolle die Personalien eines „Störers“ feststellen, obwohl es bis zu diesem Zeitpunkt keine Zwischenfälle gegeben hatte. Ein Auflösen des Kessels war seitens der Polizei an für die DemonstrantInnen nicht akzeptable Bedingungen geknüpft. Das zwischenzeitlich zugesagte Wasser wurde nicht angeboten und es standen keine Toiletten zur Verfügung. Mindestens einE DemonstrantIn musste in einen angeforderten Rettungswagen begleitet werden. Nach anhaltenden Verhandlungen mit der Polizei wurde der Kessel nach ca. 3 Stunden „geöffnet“, sodass die DemonstrantInnen diesen wieder verlassen können. Ein Verlassen des Kessels wurde nur in kleinen Gruppen und mit größeren zeitlichen Abständen gestattet.
Dies ist erneut eine sehr repressive Vorgehensweise der Polizei gegen linke DemonstrantInnen. „Es war völlig unverhältnismäßig den Kessel solange aufrecht zu halten.“ meint Lasse Per Petersson, Leiter des Arbeitskreises gegen Rechts und stellvertretender Unterbezirksvorsitzender.
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